Wenn wir auf die Welt kommen, wissen wir weder, wer wir sind, noch wieso wir hier sind. Wir müssen uns ständig mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass das Leben rein zufällig und grundlos ist. Um diese Angst zu bannen, versuchen wir das schiere Chaos um uns herum sinnhaft zu ordnen. Das machen wir mittels Narrativen. Wahnhaft werden Narrative dann, wenn sie das Kriterium des sozialen Konsenses nicht mehr erfüllen, aus der symbolischen Interaktion herausfallen und in eine starre und unverrückbare, paranoide Privatwirklichkeit abgleiten.
Mittlerweile ist der Begriff “Paranoia” jedoch auch zu einer kulturellen Metapher geworden, die nicht mehr zwingend in einem pathologischen Sinn gebraucht wird. Transmedial wirksam, ist “kulturelle Paranoia” gleichsam eine modische Erscheinungsform: So faszinieren z.B. Verschwörungstheorien oder auch “urban legends“ auf breiter Front.
In der Lehrveranstaltung werden diese Aspekte anhand ausgewählter Filme und Fernsehserien, belletristischer Literatur und autobiographischer Selbstzeugnissen sowie wissenschaftlichen Texten erörtert und diskutiert.

Programm_HS08
Patrick Tönz home profiling mensch-and-story vita consulting kontakt